Warum heimische Arten bevorzugt werden sollten

Einheimische Gehölzarten haben sich über Jahrtausende an die lokalen Bedingungen — Boden, Klima, Tierwelt — angepasst. Sie bieten spezialisierten Insekten und Vögeln Nahrungs- und Nistmöglichkeiten, die nicht-heimische Exoten häufig nicht oder nur eingeschränkt bereitstellen.

Darüber hinaus sind gebietseigene Herkünfte (Herkunftsnachweise nach BNatSchG § 40) für Pflanzungen im öffentlichen Raum in Deutschland vorgeschrieben. Für private Grundstücke empfiehlt das BfN ebenfalls die Verwendung gebietsheimischer Pflanzen.

Die wichtigsten Arten im Überblick

Weißdorn (Crataegus monogyna, C. laevigata)

Weißdorn ist einer der ökologisch wertvollsten Heckensträucher. Die weißen Blüten im Mai bieten Insekten reichlich Nektar und Pollen; die roten Früchte (Mehlbeeren) sind im Herbst und Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Drosseln, Amseln und Rotkehlchen. Das dichte Geäst mit Dornen bietet vielen Vogelarten sichere Nistplätze.

Schlehe (Prunus spinosa)

Die Schlehe gehört zu den Frühblühern: Sie blüht oft schon im März, noch vor dem Laubaustrieb. Das ist für frühe Insekten, besonders Wildbienen, von großer Bedeutung. Die Früchte (Schwarzdorn) reifen im Herbst und bleiben häufig bis in den Winter hängen. Schlehe bildet dichte, dornenreiche Büsche — ideales Bruthabitat für Kleinvögel.

Hasel (Corylus avellana)

Die Hasel blüht als einer der ersten Sträucher im Jahr (Januar bis März) und versorgt früh ausfliegende Insekten mit Pollen. Die Haselnüsse sind Nahrung für Eichhörnchen, Siebenschläfer und Vögel wie den Eichelhäher. Hasel wächst schnell und kann auf Stockhieb gesetzt werden, um die Verjüngung zu fördern.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Holunder wächst rasch und eignet sich als Füllart in der Hecke. Die Doldenblüten im Frühjahr sind reich an Nektar; die schwarzen Beeren im Herbst werden von zahlreichen Vogelarten gefressen. Holunder verträgt auch halbschattige und feuchte Standorte.

Hundsrose (Rosa canina)

Die Hundsrose ist eine der häufigsten Wildrosen in Deutschland. Ihre Blüten bieten Insekten Pollen; die Hagebutten (Früchte) sind eine wichtige Herbst- und Winternahrung. Zusammen mit Schlehe bildet sie das klassische Dorngestrüpp, das Vögeln sichere Brutplätze bietet.

Gewöhnlicher Hartriegel (Cornus sanguinea)

Der Hartriegel ist an feuchten bis frischen Standorten beheimatet. Seine weißen Blüten locken Insekten an; die blauschwarzen Früchte werden von Vögeln gefressen. Im Herbst färbt das Laub auffällig rot. Hartriegel eignet sich gut als Begleitart in der Hecke.

Vogelbeere / Eberesche (Sorbus aucuparia)

Als Überhälter in der Hecke oder als kleiner Baum am Heckenrand ist die Vogelbeere eine wichtige Nahrungsquelle. Die roten Beeren im Herbst werden von Zugvögeln wie Wacholderdrosseln und Seidenschwänzen intensiv genutzt. Die Art ist anspruchslos und gedeiht auf sauren wie basischen Böden.

Artenreiche Hecke vs. Monokultur

Monokultur-Hecken aus einer einzigen Art, etwa aus Liguster oder Thuya, haben zwar optische Vorteile, bieten aber kaum ökologischen Mehrwert. Eine artenreiche Mischhecke aus mindestens fünf heimischen Gehölzarten schafft dagegen unterschiedliche Blüh- und Fruchtzeiten, Strukturvielfalt und damit Lebensräume für eine breite Artenpalette.

Gebietsheimische Herkünfte

Für die Anlage von Hecken im Offenland und an öffentlichen Wegen ist in Deutschland gemäß § 40 BNatSchG die Verwendung gebietsheimischer Herkünfte vorgeschrieben. Saatgutverordnung und das System der Herkunftsregionen stellen sicher, dass Pflanzmaterial genetisch an die Region angepasst ist.

Quellen

  1. NABU: Hecken im Garten. nabu.de
  2. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), § 40 – Gebietsfremde und invasive Arten.
  3. Bundesamt für Naturschutz: Gebietsheimische Gehölze. Bonn.